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Tabletten können Kopfschmerzen verursachen

J. Jäger

Ein Schmerz ist immer eine unangenehme Empfindung, das gilt natürlich auch für Kopfschmerzen. Schon leichtes Kopfweh kann sehr störend sein, sehr starke Beschwerden verunmöglichen die Weiterführung der Arbeit und die Teilnahme am sozialen Leben.

Was liegt einem da näher als sich Linderung zu verschaffen? Das ist schon seit mehr als zweitausend Jahren so. Rasch geschieht der Griff zu Schmerzmitteln, welche zudem oft leicht erhältlich sind. Die Werbung verspricht immer eine rasche Linderung: "Medikament A garantiert etwas weniger Schmerz auf dieser Welt" oder "Medikament B: das ist ein Fall für mich". Gegen den Einsatz von Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen ist ja auch gar nichts einzuwenden. Nur hat die Sache einen Haken: Die Kopfwehmittel können auch selber Kopfschmerzen verursachen. Bei langjähriger Behandlung mit Schmerzmitteln kann sich ein Dauerkopfschmerz einstellen, wobei alle Arzneien mögliche Verursacher dieser Kopfwehform sind. Bei Mischpräparaten (bei den Inhaltsangaben im Beipackzettel sind mehrere Substanzen aufgeführt) ist die Gefahr grösser als bei sogenannten Monopräparaten, in denen nur eine Substanz enthalten ist. Besonders gefährlich sind Mittel, welche Ergotamintartrat enthalten. Aber auch die spezifischen Migränemedikamente, die Triptane, können bei häufigem Gebrauch ein medikamenteninduziertes Kopfweh verursachen.

Was ist zu tun, wenn es soweit ist? Dann hilft nur eines: Vollständiger Entzug. Da muss man einfach durch. Das tönt schlimmer als es ist, da die Mittel ja sowieso nicht mehr die gewünschte Wirkung entfalten. Am besten planen und führen Sie aber den Entzug zusammen mit ihrem Arzt oder Kopfwehspezialisten durch. Es gibt unterstützende, zum Teil nicht medikamentöse Behandlungen, die den Entzug erleichtern. Durch den Entzug gehen die Kopfschmerzen auch deutlich zurück, weshalb es sich lohnt aus dem Teufelskreis auszubrechen.