Chirurgische und interventionelle Therapien bei primären Kopf- und Gesichtsschmerzen

Andreas Gantenbein

Zur Behandlung von Migräne und von Spannungstypkopfschmerzen steht zurzeit kein chirurgischer Eingriff zur Verfügung, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. In Übereinstimmung mit den Richtlinien anderer internationaler Kopfschmerzgesellschaften raten wir von solchen Massnahmen generell ab. 


Chirurgische Eingriffe bei Clusterkopfschmerzen

Bei chronischen Clusterkopfschmerzen, die auf keine Therapie ansprechen, kann ein chirurgischer Eingriff erwogen werden. Dies muss jedoch von einem interdisziplinären Team an einem spezialisierten (universitären) Zentrum geprüft werden. Derzeit werden verschiedene Nervenstimulationsverfahren evaluiert (z.B. die Stimulation des Hirnhauptnervs). 

Chirurgischer Eingriff bei Trigeminusneuralgie

Bei einer schweren Trigeminusneuralgie (eine Gesichtsschmerzerkrankung) ist bei ungenügender Medikamentenwirksamkeit oder schweren Nebenwirkungen ein neurochirurgischer Eingriff angezeigt. 

Die verfügbaren, in ihrer Wirksamkeit bestätigten Methoden sind: 

  • eine offene Operation am Trigeminusnerv bei seinem Ausgang vom Hirnstamm (die sog. mikrovaskuläre Dekompression nach Jannetta)
  • verschiedene minimalinvasive Eingriffe am Trigeminus-Nervenknoten (z.B. Thermokoagulation)
  • eine gezielte Bestrahlung der Nervenaustrittszone (sog. Radiochirurgie) 

Welche Methode geeignet ist, sollte individuell mit einer Neurochirurgin oder einem Neurochirurgen besprochen werden.