migraine friendly school
Egal ob Spannungskopfschmerzen oder Migräne – sie beeinträchtigen die Konzentration, machen Schulstunden anstrengend und führen nicht selten zu Absenzen.
Oft werden Kopfschmerzen einfach hingenommen, ohne dass aktiv etwas dagegen unternommen wird. Das muss nicht sein.
Hier findest du wertvolle Informationen darüber, was Kopfschmerzen auslösen kann und was du darüber sonst noch wissen solltest. Außerdem geben wir dir Tipps, wie du besser damit umgehen kannst, und Hinweise, wo du dir Unterstützung holen kannst, wenn die Beschwerden zu groß werden.

Für Schülerinnen und Schüler
- Informiere deine Lehrperson bei starken Kopfschmerzen oder Migräneattacken frühzeitig – vor allem auch, wenn du eine Prüfung schreiben musst.
- Bei regelmässigen Kopfschmerzen solltest du deine Hausärzt:in beziehungsweise deinen Kinderärzt:in aufsuchen und ein ärztliches Zeugnis für die Schule besorgen.
- Informiere deine Lehrperson oder «Schulverantwortliche» auch, wenn du regelmässig Medikamente gegen Kopfschmerzen nimmst. Falls deine Migräne durch einen bestimmten «Trigger» (z.B. Sport) ausgelöst wird, benötigst du für einen Dispens auch ein Arztzeugnis.
- Wenn du häufig Kopfschmerzen hast, ist es sinnvoll, einen Kopfschmerzkalender zu führen, bei Mädchen am besten in Kombination mit dem Zykluskalender.

Für Lehrerinnen und Lehrer
- Es ist wichtig, Schülerinnen und Schüler, die über Kopfschmerzen klagen, ernst zu nehmen.
- Die Schule sollte, wenn möglich, ruhige, dunkle Räume und eine Möglichkeit zur Medikamenteneinnahme bieten, damit Betroffene nicht gleich ganze Schultage verpassen müssen.
- Präventive Faktoren wie genügend Flüssigkeit und regelmässige Bewegung im Schulalltag integrieren.
- Es ist sinnvoll, in der Schule eine Ansprechperson, etwa aus der Schulsozialarbeit oder eine engagierte Lehrperson, zu benennen, die sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzt und als «Schulverantwortliche Migräne» fungiert.
- Bei Schülerinnen und Schülern, die regelmässig über Kopfschmerzen klagen, sollten die Eltern kontaktiert werden, um mögliche Massnahmen zu besprechen und sie zu einem Arztbesuch zu motivieren.
Wann solltest du dir Hilfe holen?
Kopfschmerzen sind in den allermeisten Fällen ungefährlich. Trotzdem können Sie deinen Schulalltag und deine Freizeit so stark beeinträchtigen, dass es sinnvoll ist etwas zu unternehmen:
- Bei häufigen Kopfschmerzen – mehr als 1 bis 2 Mal pro Woche – solltest du deine Hausärztin, deinen Kinderarzt oder sogar einen spezialisierten Facharzt bzw. eine Fachärztin mit Kopfschmerzerfahrung aufsuchen.
- Wenn du an mehr als einem Tag pro Woche Schmerzmedikamente gegen deine Kopfschmerzen einnimmst, solltest du dir ebenfalls ärztliche Hilfe holen.
- Wenn deine Kopfschmerzen extrem stark sind, oder nicht der üblichen Art, wie du sie vielleicht bereits kennst, entsprechen.

Achtung Migränespirale
Gelegentlich kann Migräne, vor allem bei Auftreten von einmal pro Woche oder häufiger, zu einer sich selbst verstärkenden Spirale mit häufigen Absenzen führen, und sich selten zu einer chronischen Migräne entwickeln.
Es ist für dich wichtig, diesen Mechanismus zu kennen, damit du und deine Lehrperson darauf richtig reagieren können.
Wichtig: Vorbeugen
1 Beweg dich
Bewegung tut deinem Körper gut – und auch deinem Kopf! Wenn du dich regelmässig sportlich betätigst, kannst du Stress abbauen und Kopfschmerzen vorbeugen.
Ob Joggen oder Tanzen: Regelmäsige Bewegung, bei der du ins Schwitzen kommst, ein- bis zweimal pro Woche, hilft dir, fitter und entspannter zu werden.
Probier es aus!

2 Trink genug Wasser!
Wenn du zu wenig trinkst, kann das vermehrt zu Kopfweh führen.
Sorge dafür, dass du jeden Tag 2 bis 3 Liter Wasser trinkst!
Koffeinhaltige Getränke wie IceTea, Cola und Energy-Drinks sind keine gute Idee – die machen es oft nur schlimmer. Also: Wasserflasche schnappen und regelmässig einen Schluck nehmen!

3 Achte auf regelmässige Mahlzeiten!
Das Auslassen von Mahlzeiten oder unregelmässiges Essen kann deinen Körper durcheinanderbringen und sogar Migräneattacken auslösen. Also: Nimm dir Zeit und iss regelmässig und stressfrei!

4 Schlaf genug, schlaf regelmässig!
Zu wenig Schlaf oder unregelmässige Bettzeiten können Kopfweh auslösen.
Versuche, jede Nacht genügend (Teens 8 bis 10 Stunden, Pre-Teens 9 bis 12 Stunden) zu schlafen und zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Aufgepasst: Zu lange Bildschirmzeiten können dich auch vom Schlafen abhalten.
Ein dunkles, ruhiges Zimmer hilft dir dabei, gut zu schlafen und ohne Kopfweh aufzuwachen.

Einige Fakten zum Thema
60% der Kinder und Jugendlichen leiden gelegentlich unter Spannungskopfschmerzen, während Migräne bei 10 bis 15 % auftritt.
Spannungskopfschmerzen (auch «Stresskopfschmerzen» genannt) sind damit deutlich häufiger und treten bei dieser Altersgruppe etwa viermal so oft auf wie Migräne. In den allermeisten Fällen deuten Kopfschmerzen nicht auf eine ernsthafte Erkrankung hin.
Sie entstehen meist durch eine familiäre Veranlagung (bei Migräne) oder durch «harmlose» Ursachen wie Stress, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel oder fehlende körperliche Aktivität. Dennoch können sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, insbesondere bei häufigem Auftreten.
Migräne Kinderbuch
Der Schatten, der in Lunas Kopf lebt
Das Buch erzählt die Geschichte von Luna, eines 11-jährigen Mädchens, das an chronischer Migräne leidet, und schildert die schwierigen Situationen in ihrem Leben sowie ihren Weg, mit der Migräne und den Herausforderungen des Alltags umzugehen.

SFCNS Swiss Brain Health Plan
Migraine Friendly School ist eine Informationskampagne der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft (SKG). Sie möchte Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrpersonen, für das Thema Kopfschmerzen und Migräne sensibilisieren und mit praktischen Informationen und Tipps unterstützen.
Migraine friendly school wurde im Rahmen des SFCNS Swiss Brain Health Plan initiiert und von der SKG entwickelt. Am 2nd SFCNS Swiss Brain Health Plan Stakeholder Meeting in Bern am 5.12.2024 haben Herr Prof. Alexandre Datta (Neuropädiatrie, Basel) und unser Vorstandsmitglied Dr. Tobias Iff (Kinderneurologie, Zürich) Migraine Friendly School präsentiert und dessen Bedeutung erläutert.
Der SFCNS Swiss Brain Health Plan verfolgt das Ziel, eine nationale Strategie zur Förderung der Gehirngesundheit umzusetzen – im Einklang mit der 2022 von der WHO und der European Academy of Neurology (EAN) gestarteten Initiative. Im Zentrum stehen dabei die Bewusstseinsbildung für die Gehirngesundheit als Ganzes sowie die Entwicklung und Umsetzung von Präventionsprogrammen, die die Gesundheit des Gehirns über die gesamte Lebensspanne fördern sollen.
