Spannungskopfschmerzen – Therapien
Philipp Balcerak
Nach Diagnosestellung richtet sich das therapeutische Prinzip nach der Form (episodisch vs. chronisch) als auch dem individuellen Leidensdruck und sollte so für die einzelnen PatientInnen angepasst werden mit dem Hintergrund möglichst risiko- bzw. nebenwirkungsarme Optionen zu wählen.
Nicht-medikamentöse Therapien
Aus diesem Grund spielen nicht-medikamentöse Therapien eine zentrale Rolle. Hier gibt es sowohl Verfahren wie Entspannungsübungen und Pfefferminzöl, die als Akuttherapie eine Wirkung haben. Hier gilt es individuell das passende wirksame Konzept zu finden.
Auch als wiederholte Anwendung gibt es nicht-medikamentöse Verfahren, die als Prophylaxe Spannungskopfschmerzen positiv beeinflussen können. Hierzu zählen neben generellen Entspannungsübungen auch spezifischere Therapien wie verhaltenstherapeutische Ansätze, physikalische Therapien inklusive Triggerpunktbehandlung und auch Akupunktur. Zusätzlich spielen Lifestylemassnahmen eine wichtige Rolle. Hierbei gilt es insbesondere auf körperliche Aktivität, einen regelmässigen Schlafrhythmus ausreichender Menge und Qualität, ausgewogene Ernährung, sowie auch ein gutes Stressmanagement zu achten.

Medikamentöse Therapien
Für stärkere Schmerzepisoden stehen bekannte akute Schmerzmittel wie u.a. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol zur Verfügung, die in der Regel eine gute Wirksamkeit zeigen. Diese sollten jedoch nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Bei häufigen bzw. chronischen Varianten sollte eine medikamentöse Prophylaxe erwogen werden. Hier stehen vor allem schmerzmodulierende Medikamente aus dem antidepressiven Spektrum zur Verfügung. Die eingesetzten Präparate sind v.a. Amitriptylin, Venlafaxin, Duloxetin und Mirtazapin.
Da Spannungskopfschmerzen häufig mit anderen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Fatigue assoziiert sind, sollte die Wahl der Prophylaxe alle bestehenden Erkrankungen berücksichtigen.