Cluster-Kopfschmerzen – Allgemeines

Philipp Balcerak

Cluster-Kopfschmerzen gehören zu den sogenannten primären Kopfschmerzformen. Das bedeutet, dass sie nicht durch eine andere Krankheit verursacht werden. Sie sind jedoch deutlich seltener als die bekannten Formen des Spannungskopfschmerzes und der Migräne und betreffen maximal ca. 0.1% der Bevölkerung. Cluster-Kopfschmerzen sind die häufigste Form der sogenannten trigeminoautonomen Kopfschmerzen. 


Risikofaktoren für Cluster-Kopfschmerzen

Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 25. und 65. Lebensjahr auf, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Als mögliche Risikofaktoren gelten Alkohol- und Nikotinkonsum. 

Ausserdem wird beobachtet, dass Cluster-Kopfschmerzen in manchen Familien gehäuft vorkommen, weshalb eine genetische Veranlagung wahrscheinlich ist. 

Auch wenn man heute weiss, dass gewisse Hirnstrukturen, wie z.B. der Hypothalamus (ein Bereich im Zwischenhirn), an der Entstehung beteiligt sind, so sind die genauen Ursachen noch weitestgehend unerforscht.

Migräne

Spannungskopfschmerz

Clusterkopfschmerz

Pulsierend, pochend

Dumpf, drückend

Stechen, bohrend

Meist einseitig

Beidseitig

Einseitig/ retroorbital

4-72 h

30 Min. bis 7 Tage

15 Min. bis 3 h

Mittelschwere bis schwere Intensität

Leichte bis moderate Intensität

Starke bis sehr starke Intensität

Vegetative/ autonome Begleitsymptome, wie Übelkeit/ Erbrechen, Photo-/ Phonophobie

Keine spezifischen Begleitsymptome

Autonome Begleitsymptome, wie Lakrimation, Rhinorrhoe

Verstärkung durch körperliche Aktivität

Nicht verstärkt durch körperliche Aktivität

Unruhe/ Agitiertheit


Symptome von Cluster-Kopfschmerzen

Die Attacken beginnen charakteristischerweise mit einem Schmerz im Bereich von Schläfe und Auge und betreffen also Gesichts- und Schädelbereich. Der Schmerz betrifft immer nur eine Seite des Kopfes. 

Die einzelnen Attacken dauern zwischen 15 Minuten und 3 Stunden. Die Attacken treten mindestens jeden zweiten Tag und bis zu achtmal pro Tag auf. Häufig beginnen die Anfälle zu bestimmten Tageszeiten, oft nachts.

Während einer Attacke sind Betroffene meist sehr unruhig. Sie können oft nicht still sitzen, laufen umher oder bewegen sich ständig.

Die Schmerzintensität nimmt rasch zu und erreicht ihr Maximum innerhalb von 20 Minuten. Betroffene beschreiben den Schmerz als extrem stark oder unerträglich. Cluster-Kopfschmerzen sind deutlich stärker als jeder andere bekannte Schmerz und werden daher auch als „suizidales“ Kopfschmerzen bezeichnet. Im Krankheitsverlauf und v.a. unter Therapie kann manchmal die Seite wechseln und auch die Häufigkeit der Attacken sich verändern.